Aufbewahren ohne Kühlschrank – schönes Designprojekt

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Foto: Breathing of Egg, Jihyun Ryou

Warum landen Eier eigentlich immer im Kühlschrank, obwohl sie im Supermarkt ungekühlt verkauft werden? Und wie bewahrte man eigentlich Gemüse auf, bevor es Kühlschränke gab? Diesen Fragen spürte Jihyun Ryou, koreanische Designerin aus Amsterdam, nach. Aus ihren Recherchen entstand ein Kunstprojekt, das sie „Save Food from the Refrigerator“ taufte. Entstanden sind Aufbewahrungsregale, die mehr als nur schön sind.

Äpfel & Kartoffeln
Bei einem Regal nutzt die Designerin die chemische Reaktion zwischen Äpfeln und Kartoffeln. Äpfel setzen das Reifungsgas Ethylen frei. Obst und Gemüse reifen in der Nähe von Äpfeln normalerweise schneller. Nicht aber Kartoffeln. Bei denen verlangsamt Ethylen das Keimen. Und damit die Kartoffeln nicht grün werden, lagern sie dunkel in einem Klappfach. Die Äpfel  legt man in Löcher darüber.

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Foto: Symbiosis of Potato + Apple, Jihyun Ryou

Witzig ist auch die Erkenntnis über Karotten und Lauch. Die landen bei den Meisten im Gemüsefach des Kühlschranks. Aber wenn sie waagrecht liegen, verlieren sie mehr Energie, weil das Gemüse in den Zustand zurück will, in dem es gewachsen ist – aufrecht. Deshalb benutzt die Designerin einen Behälter, der mit Sand gefüllt ist und steckt das Gemüse einfach hinein. Mit eingelassenen Trichtern kann man den Sand befeuchten und das Gemüse bleibt frisch – ganz ohne Kühlschrank.

Die Eierfrage
Um noch mal auf die Eier zurückzukommen: Die kann man bedenkenlos zwei bis drei Wochen bei Raumtemperatur aufbewahren. Um sicher zu gehen, ob ein Ei noch frisch ist, gibt man es am besten in ein Glas Wasser. Sinkt es nach unten, ist es frisch. Treibt es an die Oberfläche, sollte man es nicht mehr roh essen. Jihyun Ryou hat diese Frischeprobe gleich ins Eierregal integriert.

Mit ihrem Kunstprojekt will die Koreanerin ganz praktisch gegen die Verschwendung von Lebensmitteln vorgehen. Ihre These: Wenn die Menschen ihre Lebensmittel ständig vor Augen haben, statt sie in den Kühlschrank zu verbannen, benutzen sie sie, bevor sie vergammeln.

Kann man die Regale kaufen?
Zurzeit noch nicht. Die Prototypen sind bisher nur in Ausstellungen – auch schon in Deutschland – zu bewundern. Ich hoffe, dass Jihyun Ryou die Regale bald zum Verkauf anbietet. Sie schrieb mir, dass sie das vorhat und dass sie bei ausreichendem Interesse einen Selbstbausatz anbieten möchte. Ich fände das großartig und melde mich hiermit schon mal für das Eierregal und die Apfel-Kartoffel-Kombi an!

Mehr Bilder gibts auf der Internetseite von Jihyun Ryou.

Übervaleska

3 comments

  1. Lebensmittel, also die Mittel zum Leben sollten viel mehr geachtet werden und nicht, weil wir scheinbar so viel davon haben, acht- und respektlos irgendwohin gepackt werden, wo sie vor sich hinwelken!
    Gut nachgedacht und schön designt – super!

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