Ein Männlein steht im Walde – Hagebuttenmarmelade

Foto: Steffi Schneider

Hagebuttenmarmelade kannte ich bisher nicht. Dank Steffis Kindheitserinnerungen, einem Strauch voller „Männlein mit purpurroten Mäntelein“ und einem gemeinsamen Samstag-Nachmittag, weiß ich jetzt, was mir bisher entgangen ist: Eine Marmelade – süß und fruchtig, leicht vanillig und mit einer abgefahrenen samtigen Konsistenz. Hagebutten, die Früchte der Wildrosen, wachsen überall. Man kann sie einfach ernten (mit Handschuhen!) und sie kosten nichts. Wo ist der Haken? Doch, doch es gibt einen: Die roten Früchte machen verdammt viel Mühe.

Entweder muss man jede einzelne Frucht aufschneiden und von den Kernchen samt feinen Härchen befreien (Juckpulver! Handschuhe!). Oder man kocht die Früchte weich und jagt sie anschließend durch die Flotte Lotte. Klingt einfach? Tja, dachten wir auch – wars aber nicht. Die Masse war so zäh und klebrig, dass das Passieren durchs Sieb ewig dauerte. Am Ende hatten wir den Dreh zwar raus – aber da waren gefühlt schon Tage vergangen, die Arme lahm und die ganze Küche klebriges Chaos.

Wir waren sehr skeptisch, ob diese Marmelade genießbar sein würde: Beim Kochen der Früchte roch es nämlich nicht säuerlich-fruchtig, sondern nach Kartoffeln. Aber nach all der Arbeit, den Zweifeln, dem Muskelkater in den Armen, hier das Fazit: Tolle Marmelade!

Fotos: Steffi Schneider

Den schwierigen Teil konnten wir nicht dokumentieren – dazu war alles zu klebrig und wir mussten uns sehr darauf konzentrieren, den Brei nicht einfach wegzuwerfen und aufzugeben. Wer die Mühen nicht scheut, hier ist unser Rezept:

Zutaten: Hagebutten, Gelierzucker 1:2 von Naturta, Saft von 1 Zitrone, Schraubgläser, Flotte Lotte/Passiersieb

Zuerst: Hagebutten waschen und weich kochen, das dauert etwa eine halbe Stunde.

Gläser sterilisieren: Gläser und Deckel in einen Topf stellen, mit Wasser füllen, dass alles bedeckt ist, Deckel drauf und zum Kochen bringen. Wenn Gläser und Deckel zehn Minuten gekocht haben, den Herd ausstellen. Die Gläser erst kurz vorm Befüllen aus dem Wasser nehmen.

Stampfen und passieren: Die gekochten Früchte abgießen und mit einem Kartoffelstampfer zerstampfen. Dann die zähe Masse mit einem guten Schluck Wasser aufrühren und portionsweise durch ein feines Sieb passieren.

Messen und mischen: Das Mark abmessen: 800 ml Mark mit 500 g Gelierzucker 1:2 und dem Saft einer Zitrone gut verrühren

Kochen: Die Masse langsam zum Kochen bringen, vier Minuten blubbern lassen, Gelierprobe machen (wenn es nicht geliert, noch mal zwei Minuten kochen, Probe wiederholen)

Einfüllen: Marmelade in sterile Gläser gießen, einen schmalen Rand freilassen und sofort mit Deckeln verschließen. Abkühlen lassen und beschriften.

Übervaleska

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