Der Luxus selbst gemachter Marmelade

Ein Tweet von @missesdelicious, ein Seufzer zum Frühstück, ein Kaffeeklatsch und eine Diskussion: Manchmal liegt ein Thema wie Marmeladenduft in der Luft. Und um Marmelade geht es auch.

Es begann mit einer Diskussion darüber, dass das Einkaufen so komplex geworden ist. Was ist wirklich drin? Reicht das EU-Biosiegel oder werden da Früchte aus China verarbeitet? Darf man Produkte von Riesenkonzernen wie Nestle oder Unilever kaufen? Wie weit weg ist regional? Gibts das auch in fairtrade? – tausend Fragen, so viel Auswahl, so verwirrende Angaben auf den Produkten. So viel, was man als Verbraucher vorher wissen muss, weil man der Verpackung nicht trauen kann.

Aber bei Marmelade muss ich nicht lange grübeln. Ich greife ins Vorratsregal und weiß: Da stecken die besten Früchte aus Papas/Freundens/Nachbars Garten drin, lecker selbstgemacht eben. Gutes Gefühl.

Ein paar Tage später folgte ein Kaffeeklatsch, bei dem selbst gemachte Marmelade auch ein Rolle spielte. Zwei Marmeladengläser wechselten den Besitzer und wir verabredeten uns zum Chutneykochen im Sommer – schön!

Am Sonntag beim Frühstück mit Marmelade aus der Brombeerhölle, Jostabeermarmelade und Holunderbeergelee hab ich zwischendurch mal geseufzt: “Selbst gemachte Marmelade ist einfach wunderbar.”

Ein paar Stunden später las ich dann den dazu passenden Tweet von Nicki und dachte: “Ja, das stimmt. Es ist Luxus.”

Und Luxus kann so einfach sein: Macht Marmelade! Ihr werdet es nicht bereuen.

Gute Gründe:

  1. die reifsten und leckersten Früchte aussuchen
  2. die Größe der Gläser wählen (je kleiner die Gläser, desto mehr Abwechslung)
  3. entscheiden, wie süß die Marmelade wird
  4. bestimmen, was reinkommt und was nicht
  5. Freunde beschenken

Außerdem sind Marmelade und Gelee wirklich einfach herzustellen und der Zeitaufwand hält sich in Grenzen – in einer Stunde ist man mit allem durch.

Zum Anfreunden, und weil die Beeren- und Kirschsaison noch eine Weile dauert, hier ein Rezept für Blutorangengelee. Danke an Nicki von deliciousdays für die Idee.

 

Das Blutorangengelee schmeckt nach ein paar Tagen Ruhezeit am besten. Ich finde es  ganz wunderbar. Markus auch – das erste Glas ging weg wie nichts. Wir sind jetzt auch nicht mehr ganz so traurig, dass die Erdbeer und Sauerkirsch Marmeladenvorräte schon aufgebraucht sind.

Zutaten: 1, 2 Kilo Blutorangen und 1 Zitrone haben bei mir 600 ml Saft ergeben, Gelierzucker 1:2 (Naturata)

Und sonst: Gläser mit Schraubdeckel für ca. 800 ml Gelee, Kochtopf, Schaumlöffel

Zuerst: Blutorangen und die Zitrone auspressen, Saft abmessen und mit dem Zucker in einen Topf geben. 30 Minuten stehen lassen, damit sich der Zucker auflösen kann.

Gläser sterilisieren: saubere Gläser und Deckel in einen großen Topf stellen, mit kochendem Wasser so weit auffüllen, dass die Gläser komplett im Wasser stehen, Herd einschalten und Zehn Minuten bei geschlossenem Deckel Kochen lassen. Dann Platte ausschalten. Gläser und Deckel (am besten mit einer Grillzange) rausholen, abtropfen lassen und auf ein sauberes Geschirrtuch stellen. Das restliche Wasser verdampft.

Kochen: Die Zucker-Saftmischung langsam und unter Rühren zum Kochen bringen. Sprudelnd 3 Minuten kochen. Falls Schaum entsteht, mit einem Schaumlöffel abschöpfen.

Gelierprobe: Nach drei Minuten ein bisschen Gelee auf einen kalten Teller tropfen. Wird er schnell fest, ist das Gelee fertig, wenn nicht, noch mal zwei Minuten kochen lassen und erneut die Gelierprobe machen. Ich mag Gelee lieber fließend als fest. Wer gern stichfestes Gelee isst, lässt es lieber ein paar Minuten länger kochen.

Einfüllen: Das flüssige Gelee zügig in die Gläser füllen, Deckel fest aufschrauben (Küchenhandtuch zu Hilfe nehmen – heiß!)

Fertig.

Schneller Salat: Chicorée-Möhre-Blutorange

In der Mittagspause muss es manchmal schnell gehen. Dann schmeiße ich einfach alles zusammen, was so da ist und nenne es Salat. Hin und wieder kommt dabei etwas heraus, das mir so gut schmeckt, dass ich mir die Zutaten notiere.

Wenn ich dasselbe dann noch mal mache und es immer noch toll schmeckt, hat es Chancen auf den Titel “Lieblingsrezept”. Und wenn ich es dann auch noch schaffe, vernünftige Fotos zu schießen, kommt dieses Lieblingsrezept auch aufs Blog.

Spiel, Satz und Sieg für den Salat aus Chicoree, Möhren und Blutorangen mit Joghurtsauce und Pecannüssen. Den mache ich mir jetzt schon seit Wochen und habe immer noch nicht genug davon. Ich hoffe nur, die Blutorangensaison dauert noch ein wenig.

Zutaten pro Person: 1 Chicoree, 1 Möhre (mittelgroß), 1 Blutorange, ein paar Pecan- oder Walnüsse (gehackt), 2 EL Joghurt, 1 EL Sonnenblumenöl, 1 EL Weißweinessig, Salz, Pfeffer

Zuerst: vom Chicoree die Blätter abzupfen und in mundgerechte Stücke zerrupfen, Möhre grob raspeln, Blutorange filetieren und dabei den Saft auffangen (kommt mit ins Dressing)

Dressing rühren: Joghurt, den aufgefangenen Saft von der Blutorange (sollten 1-2 EL sein), Essig und Öl verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken

Mischen: Alle Zutaten mit dem Dressing vermengen, auf einen Teller anrichten und die gehackten Nüsse darüber streuen.

Rheinische Mutzen – Alaaf!

Ohne Fettgebackenes kein Karneval. Ich freue mich jetzt schon auf den ersten gefüllten Berliner (Johannisbeermarmelade!) zum Frühstück am Donnerstag (Weiberfastnacht). Eigentlich lasse ich gern die Bonner Bäcker für mich frittieren. Aber Mutzen wollte ich schon immer mal selber machen. Also nicht die Mutzenmandeln, sondern Mutzen – die sind rautenförmig, flach und knusprig statt fluffig. In Köln findet man sie überall in den Bäckereien. In Bonn habe ich sie bisher nur beim Traditionsbäcker Schmitz in Schwarzrheindorf gefunden. Rgeinische Mutzen brauchen, laut Aufdruck von Schmitz, nur mehl, Eigelb, Eier, Puderzucker  – und einen kleinen Schuss echten Rum. Ein passendes Rezept mit kurzer Zutatenliste habe ich nur bei Dr Oetker gefunden. Die nehmen aber ganze Eier, kein extra Eigelb und es kommt Backpulver in den Teig.

Die Mutzen  waren – vor allem noch warm – sehr lecker. Aber leider doch eher fluffig und nicht so knusprig wie die vom Bäcker und auch nicht so flach. Beim nächsten Mal versuche ich es mit zusätzlichem Eigelb, lasse das Backpulver weg und rolle den Teig noch ein bisschen dünner aus. Falls es überhaupt ein nächstes Mal gibt – frittieren zu Hause ist ja so ne Sache.

Zutaten: 250 g Weizenmehl, 1 TL Backpulver, 40 g Puderzucker plus Puderzucker zum bestreuen, 1 EL Vanillezucker, 2 Eier, 1 EL Rum,  1 Prise Salz

Außerdem: Frittierfett (z. B. 1 Liter Erdnussöl), Topf, Schaumlöffel, Papiertücher

Zuerst der Teig: Eier, Puderzucker, Vanillezucker und Salz cremig rühren. Mehl und Backpulver zwei mal sieben und zusammen mit dem Rum unter die Masse rühren und zu einem Teig verkneten. Teig eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen.

Ausrollen: Den Teig auf einer bemehlten Fläche sehr dünn ausrollen und in Rauten schneiden.

Frittieren: Das Fett in einem Topf heiß werden lassen. Es ist heiß genug, wenn an einem eingetauchten Holzlöffel Bläschen aufsteigen. Dann am besten die Hitze auf halbe Kraft drehen, damit das Fett nicht zu heiß wird. Die Teigrauten portionsweise ins heiße Fett geben und schwimmend ausbacken. Die Mutzen mit dem Schaumlöffel einmal wenden, damit beide Seiten goldbraun werden. Das dauert pro Seite zwischen einer und zwei Minuten.

Zum Schluss: Mutzen mit dem Schaumlöffel aus dem Öl heben und auf Papiertüchern abtropfen lassen. Dann mit Puderzucker bestäuben und am besten noch warm essen.

Hier kommt endlich Kurt – Lemon Curd

Macht diesen Lemon Curd! Er bringt allein schon wegen seiner Farbe gute Laune und schmeckt wie die Füllung französischer Zitronentörtchen: fruchtig-herb und sauer-süß. Die Konsistenz liegt irgendwo zwischen Pudding und Vanillesauce. Man kann Lemon Curd auf Toast streichen, in Joghurt rühren, einfach so löffeln oder großartige Desserts damit zaubern.

Drei Gründe warum man Lemon Curd selbst rühren sollte:

  1. Zitronen
  2. Eier
  3. Butter

Und zwar die leckerste Butter, die frischesten Eier und die saftigsten Zitronen – am besten alles Bio. Neben Zucker sind das die Zutaten. Und nicht folgende lange Liste, gelesen auf einem Lemon-Curd-Glas aus dem Supermarktregal:

Zucker, Glukose-Fruktose-Sirup, Wasser, Palmöl, Maismehl, Volleipulver, Zitronensaftkonzentrat (0,6%), Geliermittel: Pektine, Säuerungsmittel (Citronensäure; Essigsäure), Zitronenöl, Säureregulator: Natriumcitrate, Antioxidationsmittel: Ascorbinsäure, Farbstoff: gemischte Carotine.
mäh, da schüttelt’s mich!

Die Zubereitung ist nicht kompliziert. Gut, es braucht ein bisschen Muße beim Abreiben der Zitronenschale und Geduld beim Rühren. Aber insgesamt steht man höchstens eine halbe Stunde in der Küche.

Abgefüllt in blitzsaubere (am besten ausgekochte) Gläser hält sich der Curd ungeöffnet einige Wochen im Kühlschrank. Offene Gläser sollte man innerhalb einer Woche verbrauchen.

Das Rezept stammt von Nigel Slater und wurde beim Guardian veröffentlicht.

Zutaten für vier kleine Gläser: 4 Zitronen, 3 Eier plus 1 Eigelb, 100 g Butter, 200 g Zucker (wer mag, kann einen Teil durch Vanillezucker ersetzen)

Außerdem: Wasserbad (ein Topf und eine Schüssel, die darauf passt, Schneebesen, ausgekochte Marmeladengläser

Zuerst: Die Zitronen waschen, abtrocknen und die Schale dünn abreiben (ohne das Weiße), anschließend die Zitronen auspressen

Wasserbad vorbereiten: In einem Topf Wasser zum Kochen bringen. Die Schüssel, die man später auf den Topf setzt, sollte das Wasser nicht berühren. Wenn das Wasser kocht, Hitze verringern, es soll nur leise simmern.

Mischen 1: Zitronensaft, Zucker, Zitronenabrieb und Butter (in kleinen Stücken) in die Schüssel geben und aufs Wasserbad setzen.

Mischen 2: Eier und Eigelb mit einer Gabel leicht verquirlen

Mischen 3: Sobald die Butter in der Schüssel geschmolzen ist alles gut verrühren und die Eiermasse langsam unter Rühren zugeben.

Geduldig rühren: Es dauert etwa zehn bis 15 Minuten, dann sollte die Masse eindicken. Man muss nicht die ganze Zeit wie eine Verrückte rühren aber kontinuierlich bis die Konsistenz von dickflüssiger Vanillesauce erreicht ist.

In Gläser füllen: Den Curd vom Herd nehmen und noch ein bisschen rühren. Dann in die Gläser füllen und gleich verschließen.

Die Impossible Lamps sind fertig

Ina hat mir gestern die drei Impossible Lamps vorbeigebracht – die leuchten so schön! Claudia Sta, Franzi und Britta bekommen also in den nächsten Tagen ihre Gewinne vom Polaroid-Adventsrätsel. Das spornt mich natürlich ungemein an, ganz bald (vielleicht heute – spätestens am Wochenende) noch mal Lemon-Curd zu machen. Also bekommen auch Inesse, Claudia Stu. und Urte bald ihre Gewinne. Und alle anderen das Lemon-Cord-Rezept hier auf dieser Seite.

So viel in aller Eile – ich habe einen ziemlich vollen Januar.

Ach so, falls jemand wissen möchte, was diese Impossible Lamps sind: echte Polaroids abgelöst vom Papier und auf eine Papiertütenlampe transferiert. Ich glaube Fummelarbeit. Und wer hats erfunden? Die Ina.

Möhrenuntereinander – ein Knüller vom Niederrhein

Hat jemand als Kind nicht gern Gemüse und Kartoffeln auf dem Teller zusammengematscht? Dass das einen Namen und sogar eine kulinarische Tradition hat, wusste ich damals nicht. Dafür musste ich erst Markus kennenlernen und mich von seiner Familie am Niederrhein bekochen lassen.

Seitdem ist Untereinander eines meiner Lieblingsgerichte. Gekochte Kartoffeln werden zusammen mit Möhren, Grünkohl, Wirsing oder Endiviensalat gestampft. Dazu reicht man üblicherweise Mettwürstchen oder kross gebratenen Bauchspeck. Markus hat mal eine Zeitlang jede Woche eine andere Variante ausprobiert. War alles toll aber am tollsten ist und bleibt für uns: Möhrenuntereinander.

Das koche ich auch schon mal vegetarisch. Wenn ich darüber nachdenke, ists sogar vegan. Vom Gemüseputzen bis zum fertigen Essen dauert es eine gute halbe Stunde. Das Verhältnis von Möhren und Kartoffeln ist Geschmacksache. Ich mag es möhrenlastig. Unverzichtbar finde ich, so wie von Markus Papa gelernt, einen großen sauren Apfel (z. B. Boskop), der mitgekocht und mitgestampft wird.

Warm gehalten wird das Untereinander am Niederrhein übrigens im Bett. Das funktioniert! Topf in ein Handtuch einschlagen und unters Federbett schieben – so bleibt das Essen einige Stunden warm. Dieses Jahr habe ich in Holland noch was gelernt: Dort kochen sie auch viel Untereinander, nennen es aber Stamppot. Schönes Wort, oder?

Zutaten für vegetarisches Möhrenuntereinander: 1-2 kleine Zwiebeln, 4 große Möhren, 3 mittelgroße Kartoffeln, 1 großer Boskop-Apfel, Wasser, Lorbeerblatt, Salz, schwarzer Pfeffer, Muskat, etwas Öl

Und sonst: ein Topf mit Deckel und ein Stampfer

Zuerst: Zwiebel fein würfeln, Apfel, Kartoffeln und Möhren schälen und grob zerteilen

Anbraten: Zwiebeln anbraten bis sie glasig sind

Kochen: Gemüse und Apfel mit Lorbeerblatt in den Topf geben, so viel Wasser angießen bis das Gemüse gerade eben bedeckt ist. Leicht salzen, Deckel drauf und bei mittlerer Hitze 20 Minuten köcheln lassen

Stampfen: Wenn die Möhren und Kartoffeln weich sind, das Wasser abgießen und auffangen; Lorbeerblatt rausfischen; dann alles stampfen und so viel von dem aufgefangenen Kochwasser dazugeben, bis der Stampf die gewünschte Konsistenz hat

Würzen: Mit Salz, etwas Muskat und viel frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken

Macht glücklich: Schokoladenkuchen mit Haselnüssen

Ein Kuchenrezept wie ich es liebe – mit kurzer Zutatenliste, viel Schoko und wenig Schnickschnack. Das Geheimnis: geröstete Haselnüsse. Die kann man – mit fünfzehn Minuten Geduld – selbst im Backofen rösten und mahlen. Meist bin ich aber bequem und kaufe sie (gibts z. B. von Alnatura). Mindestens genau so wichtig ist gute Schokolade mit 70 Prozent Kakaoanteil. Die fair gehandelte von Gepa finde ich lecker. Dann kommen noch Butter, Zucker und Eier dazu, das wars.

Das Rezept stammt aus dem Kochbuch von Geetie Singh, Inhaberin des Ökopubs Duke of Cambridge in London. Sie backt den Kuchen in einer 22-cm- Springform. Er gelingt aber auch in allen anderen Formen. Ich habe ihn sogar schon in Gläsern gebacken. In flachen Formen ist die Backzeit etwas kürzer. Man muss öfter die Stäbchenprobe machen: Holzstäbchen in die tiefste Stelle des Kuchens stecken und wieder heraus ziehen. Ist es sauber, ist der Kuchen fertig. Bleiben Krümel oder gar flüssiger Teig haften, braucht er noch ein paar Minuten.

Der Kuchen schmeckt übrigens auch am dritten Tag noch frisch und saftig. Ich empfehle Preiselbeersahne dazu: Einfach ein bis zwei Esslöffel Preiselbeeren aus dem Glas unter 200 Gramm nicht zu steif geschlagene Sahne heben.

Zutaten: 125 g Haselnüsse (geröstet und gemahlen), 125 g Schokolade (70 Prozent), 125 g Butter, 125 g Zucker, 3 Eier

Zuerst: Ofen auf 180 °C vorheizen.

Optional: Wer die Nüsse selbst röstet, schiebt sie auf einem Backblech in den heißen Ofen. Nach fünf Minuten das Blech rütteln und noch mal ca. fünf Minuten rösten. Die Haut sollte nicht schwarz werden. Anschließend in ein Küchentuch geben und die Nüsse aneinander reiben bis die Haut abgeht. Dann grob mahlen

Schmelzen: Die Schokolade im Wasserbad schmelzen

Rühren: Butter und Zucker fluffig rühren und langsam die flüssige Schokolade dazugeben. Ein Ei nach dem anderen in den Teig rühren.

Unterheben: Die gemahlenen Nüsse unterheben und den Teig in eine Form geben

Backen: 40 bis 50 Minuten backen (Stäbchenprobe machen). Dann den Ofen ausschalten und den Kuchen weitere 30 Minuten im Ofen lassen – die Tür einen Spalt offen.

Hallo Herbst! Kürbissuppe, im Ofen geschmort

Die Zeit ist reif für Kürbissuppe. Bisher war ich nie festgelegt auf ein Rezept. Aber jetzt habe ich schon vier mal in kurzer Zeit Kürbissuppe auf dieselbe Art gekocht und immer noch nicht genug davon. Die erste ist aus Zeitmangel entstanden. Außer dem Kürbis, sind nur wenige Zutaten drin, die ich eigentlich immer im Haus habe.  Die Anwesenheitspflicht am Herd ist ganz kurz und die Suppe schmeckt vielschichtig, sämig und rund – ein perfektes Lieblingsessen für stressige Zeiten.

Hokkaidokürbisse sind praktisch. Man braucht sie nicht schälen und die Sorte hat viel Stärke. So bekommt die Suppe eine genial samtige Konsistenz. Wer bei den Zutaten  Zwiebeln vermisst, kann beruhigt sein: In der Suppe fehlen sie gar nicht.

Zutaten: 1 kg Hokkaidokürbis, 2 EL Lieblings-Curry (Pulver oder Paste, z.B. Madras oder Tikka Masala), 3 EL Sojasauce, Ingwer (walnussgroßes Stück), 3 EL Öl, Wasser, Zitronensaft

Zuerst: Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen

Dann: Kürbis waschen, zerteilen, entkernen und in Stücke schneiden, Ingwer würfeln

Marinieren: Kürbis mit Ingwer, Curry, Sojasauce und Öl vermischen und zehn Minuten ziehen lassen.

Schmoren: In einer Auflaufform für 30-40 Minuten in den Ofen schieben, bis der Kürbis weich ist

Pürieren: Mit 500 ml Wasser pürieren und dann nach und nach so viel Wasser dazugeben, bis die Suppe die gewünschte Konsistenz hat

Abschmecken: Mit Zitronensaft und Salz abschmecken. Wer mag, streut noch Koriander oder glatte Petersilie darüber – fertig

Mitgebracht aus US & A – Eichhörnchenpaste und Lutschskorpione

Blumengießen für Freunde lohnt sich – meist bekomme ich dann interessante kulinarische Mitbringsel. Aus USA gab es allerhand merkwürdiges Zeugs – zum Beispiel einen Lollie mit echtem Skorpion und Erdbeergeschmack drumherum.

Ganz auf der natürlichen Seite dagegen ist die Mandelbutter von wild friends – ich habe sie Eichhörnchenpaste getauft. Schade, dass das Tütchen schon leer ist – YUMMY! Wer hätte gedacht, dass aus Amerika ein beinahe ungesüßter Brotaufstrich kommt?  Inhalt: Mandeln, Agave, Vanilleextrakt, Espresso, Meersalz

Keelie und Erica aus Portland, Oregon habens erfunden – toll! Also, falls irgendwer demnächst in die USA reist: Eichhörnchenpaste mitbringen – dringend!

Marmelade aus der Brombeerhölle

Mit zerkratzten Armen, Dornen in den Fingern und Spinnen in den Haaren kehrten Ina und ich zurück aus der Brombeerhölle – eine wilde Hecke, so groß wie ein Wäldchen. Bis zu Dornröschen sind wir nicht vorgedrungen. Aber immerhin konnten wir gut ein Kilo wilder Brombeeren pflücken.

Brombeermarmelade war früher der einzig wahre Brotaufstrich für mich. Mein Opa hatte eine Hecke im Garten. Die war gar nicht garstig. Aber um richtig gute Marmelade zu kochen, gingen er und meine Mama immer auch wilde Beeren pflücken.

Aus der Brombeerhölle könnte man vermutlich ganz Deutschland mit Marmelade versorgen, hätte man einen dornenresistenten Schutzanzug. Aber ich freue mich erst mal über ein paar Gläschen.

Brombeermarmelade muss für mich kernlos sein. In einem Winter, ich ging noch in die Grundschule und war sehr unflexibel in Sachen Brote, ist uns die Selbstgemachte ausgegangen. Die Gekaufte mit Kernen war eine absolute Enttäuschung und ich stieg auf Honig um.

Mittlerweile mag ich Marmelade und Gelees aus allen möglichen Früchten. Aber selbst gemachte kernlose Brombeermarmelade ist immer noch das Größte.

Foto: iamina

Hier das Rezept:

Zutaten: ca. 1 kg Brombeeren, ca. 500 g Gelierzucker 1:2 (Naturata)

Was noch? Durchschlag/Flotte Lotte/Passiersieb,  großer hoher Topf, Holzlöffel, Schaumkelle, Litermaß, Waage, genug (sterile) Gläser mit Schraubverschluss für ca. 1 Liter 

Zuerst: Brombeeren waschen,mit ca. 100 ml Wasser ganz langsam zum kochen bringen und weichkochen (ca. 15 Minuten).

Passieren: Die weichen Brombeeren durch ein Sieb streichen. Saft und Mark auffangen. Ich versuche immer die maximale Ausbeute zu bekommen, entsprechend lange dauert diese Prozedur. Wenn ich denke, da kommt nichts mehr raus, löse ich Kerne noch mal mit einem Schluck Wasser auf, schütte sie zurück und streiche sie noch mal durchs Sieb – da kommt noch eine Menge Mark raus.

Sterilisieren: Gläser und Deckel in einen Topf stellen, mit Wasser füllen, dass alles bedeckt ist, Deckel drauf und zum Kochen bringen. Wenn Gläser und Deckel zehn Minuten gekocht haben, den Herd ausstellen. Die Gläser erst kurz vorm Befüllen aus dem Wasser nehmen.

Abmessen: Das Volumen des Brombeermarks abmessen, in einen Topf geben und Gelierzucker im Verhältnis 1:2 zugeben (z.B. 500 g Zucker auf 1 Liter Mark).

Aufkochen: Alles langsam und unter regelmäßigem rühren zum Kochen bringen. Bevor die Masse richtig kocht, nimmt man schon mal die sterilen Gläser und Deckel aus dem heißen Wasser (mit Grillzange) und stellt sie auf ein Küchentuch. Sie dampfen dann von selbst trocken.

Abschöpfen: Falls Schaum entsteht, mit einer Schaumkelle abschöpfen.

Kochen: 4 Minuten sprudelnd kochen lassen.

Gelierprobe: Ein paar Tropfen aus dem Topf auf einen kalten Teller geben und schauen, ob sie fest werden. Wenn ja, die Marmelade einfüllen, wenn nein, noch mal ein bis zwei Minuten weiter kochen, Gelierprobe wiederholen.

Einfüllen: Marmelade in die Gläser gießen. Einen schmalen Rand freilassen und sofort mit den Deckeln verschließen. Ich stelle die Gläser ein paar Minuten auf den Kopf, weiß aber nicht warum. Meine Mama macht das nie.

Beschriften: Sobald die Gläser abgekühlt sind, Sorte, Monat und Jahr drauf schreiben, sonst kommt man irgendwann durcheinander.

Haltbarkeit: Ich versuche 1:2 Marmelade innerhalb eines Jahres aufzubrauchen. Wir haben aber vor kurzem Pflaumenmarmelade gegessen, die schon älter als ein Jahr war. Sie schmeckte einwandfrei. Ich verlasse mich bei Marmelade absolut auf  Geruch und Geschmack. Was merkwürdig riecht oder nicht mehr schmeckt, muss weg. Verschimmeltes sowieso.