Speculaasbrokken – Kekse aus Holland

Die Niederländer essen ihre Spekulatius das ganze Jahr über. Warum auch nicht, sie passen hervorragend zum Kaffee. Eine Variante gefällt mir besonders gut: speculaasbrokken. Wie der Name schon sagt, sind das keine filigranen Kunstwerke, sondern rustikale Plätzchen.

Wichtigste Zutat sind die speculaaskruiden, eine Gewürzmischung bestehend aus Zimt, Muskatnuss, Nelken, Ingwer, Piment, Kardamom und weißem Pfeffer. Genial ist das niederländische Wort für Nelken: kruidnagel – wie treffend. Hat man erst einmal alle Gewürze gemahlen und zusammengemischt, ist der Rest vom Keks denkbar einfach. Den Teig in fünf Minuten zusammen kneten und dann für eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Dann zu einer Teigplatte ausrollen, deren Ränder ruhig ausfransen dürfen und deren Form unwichtig ist. Nach dem Backen die Platte entweder noch heiß in Stücke schneiden oder abgekühlt in Stücke brechen.

Zutaten für die Gewürzmischung (speculaaskruiden): weißer Pfeffer, Ingwer, Kardamom, Muskatnuss, Piment, Nelken, Zimt – alles gemahlen

So gehts: ungefähr zu gleichen Teilen weißen Pfeffer, Ingwer, Kardamom, Muskatnuss, Piment und Nelken mischen, wiegen und genau so viel Zimt dazugeben. Wichtig sind 50 Prozent Zimt. Bei den anderen Gewürzen kann man nach Geschmack variieren.

Zutaten für die Speculaasbrokken: 300 g Mehl, 175 g kalte Butter, 100 g Muscovado-Zucker (dunkler Rohrohrzucker), 2 EL speculaaskuiden, 1 TL Backpulver, 1 Prise Salz, eiskaltes Wasser

Zuerst: Mehl und Backpulver vermischen und zwei mal sieben, damit sich das Backpulver gleichmäßig verteilt

Mischen: Mehl mit Zucker, Gewürzmischung und Salz gut vermengen

Kneten: Butter in kleinen Stücken dazugeben und mit der Hand einarbeiten bis eine krümelige Mischung entsteht, dann esslöffelweise eiskaltes Wasser dazugeben und kneten, bis der Teig zusammen hält.

Kühlen: Teigkugel in Folie wickeln und mindestens eine Stunde kalt stellen.

Vorheizen: 175 °C Ober und Unterhitze

Rollen: Teig auf einem Backpapier zu einer ca. 1 cm dicken Platte ausrollen

Backen: Blech auf mittlerer Schiene 30 bis 35 Minuten backen.

Zerteilen: entweder noch heiß in Stücke schneiden oder abkühlen lassen und in Stücke brechen

Ein Männlein steht im Walde – Hagebuttenmarmelade

Foto: Steffi Schneider

Hagebuttenmarmelade kannte ich bisher nicht. Dank Steffis Kindheitserinnerungen, einem Strauch voller “Männlein mit purpurroten Mäntelein” und einem gemeinsamen Samstag-Nachmittag, weiß ich jetzt, was mir bisher entgangen ist: Eine Marmelade – süß und fruchtig, leicht vanillig und mit einer abgefahrenen samtigen Konsistenz. Hagebutten, die Früchte der Wildrosen, wachsen überall. Man kann sie einfach ernten (mit Handschuhen!) und sie kosten nichts. Wo ist der Haken? Doch, doch es gibt einen: Die roten Früchte machen verdammt viel Mühe.

Entweder muss man jede einzelne Frucht aufschneiden und von den Kernchen samt feinen Härchen befreien (Juckpulver! Handschuhe!). Oder man kocht die Früchte weich und jagt sie anschließend durch die Flotte Lotte. Klingt einfach? Tja, dachten wir auch – wars aber nicht. Die Masse war so zäh und klebrig, dass das Passieren durchs Sieb ewig dauerte. Am Ende hatten wir den Dreh zwar raus – aber da waren gefühlt schon Tage vergangen, die Arme lahm und die ganze Küche klebriges Chaos.

Wir waren sehr skeptisch, ob diese Marmelade genießbar sein würde: Beim Kochen der Früchte roch es nämlich nicht säuerlich-fruchtig, sondern nach Kartoffeln. Aber nach all der Arbeit, den Zweifeln, dem Muskelkater in den Armen, hier das Fazit: Tolle Marmelade!

Fotos: Steffi Schneider

Den schwierigen Teil konnten wir nicht dokumentieren – dazu war alles zu klebrig und wir mussten uns sehr darauf konzentrieren, den Brei nicht einfach wegzuwerfen und aufzugeben. Wer die Mühen nicht scheut, hier ist unser Rezept:

Zutaten: Hagebutten, Gelierzucker 1:2 von Naturta, Saft von 1 Zitrone, Schraubgläser, Flotte Lotte/Passiersieb

Zuerst: Hagebutten waschen und weich kochen, das dauert etwa eine halbe Stunde.

Gläser sterilisieren: Gläser und Deckel in einen Topf stellen, mit Wasser füllen, dass alles bedeckt ist, Deckel drauf und zum Kochen bringen. Wenn Gläser und Deckel zehn Minuten gekocht haben, den Herd ausstellen. Die Gläser erst kurz vorm Befüllen aus dem Wasser nehmen.

Stampfen und passieren: Die gekochten Früchte abgießen und mit einem Kartoffelstampfer zerstampfen. Dann die zähe Masse mit einem guten Schluck Wasser aufrühren und portionsweise durch ein feines Sieb passieren.

Messen und mischen: Das Mark abmessen: 800 ml Mark mit 500 g Gelierzucker 1:2 und dem Saft einer Zitrone gut verrühren

Kochen: Die Masse langsam zum Kochen bringen, vier Minuten blubbern lassen, Gelierprobe machen (wenn es nicht geliert, noch mal zwei Minuten kochen, Probe wiederholen)

Einfüllen: Marmelade in sterile Gläser gießen, einen schmalen Rand freilassen und sofort mit Deckeln verschließen. Abkühlen lassen und beschriften.

Crostata mit Kürbis und gerösteten Haselnüssen

Dieses Jahr war mein Papa schneller als die Eichhörnchen. Er hat körbeweise Haselnüsse gepflückt, getrocknet und mir welche abgegeben. Jetzt habe ich eine Aufgabe für verregnete dunkle Herbstabende: Nüsse knacken.

Für die Kürbiscrostata braucht man zum Glück nur eine Handvoll Haselnüsse, die kurz in der Pfanne geröstet und in Scheiben geschnitten werden. Fertig gemahlene, gehackte oder gehobelte Nüsse könnt ihr natürlich auch nehmen. Der Belag besteht aus mit Chili gewürztem Crème fraîche, dünnen Kürbisscheiben, Knoblauch, Haselnüssen und Honig.

Aber zuerst knetet ihr einen Mürbeteig ganz flott zusammen. Wichtig ist, dass die Butter und das Wasser eiskalt sind. Butterstückchen dürfen ruhig in der Teigkugel sichtbar sein, das macht die Crostata im Ofen schön blättrig und knusprig. Der Pfiff im Teig ist ein winziger Schluck Weißweinessig.

Zutaten für den Teig (ergibt 1 Crostata für zwei bis drei Esser): 200 g Mehl, 80 g kalte Butter, 50 ml eiskaltes Wasser, 1 TL Weißweinessig, 1/2 TL Salz

Zutaten für den Belag: ca. 300 g Kürbis, ca. 100 g Crème fraîche, 1-2 getrocknete Chilischoten, ein paar geröstete Haselnusskerne, 2 EL leckeres Olivenöl, 1 Knoblauchzehe, 1 TL Honig, Salz, Pfeffer

Zuerst: Backofen auf 200 °C  Ober/Unterhitze vorheizen.

Kneten: Alle Teigzutaten schnell zu einer Kugel zusammen kneten, in Frischhaltefolie wickeln und kühl stellen. Entweder plant ihr voraus und macht den Teig einen Tag früher, dann ab in den Kühlschrank. Oder ihr kocht (so wie ich) spontan, dann legt ihr die Teigkugel für 20-30 Minuten ins Eisfach.

Rösten: Nüsse in einer heißen Pfanne rösten, aufpassen, dass sie nicht verbrennen, abkühlen lassen und in feine Scheiben schneiden.

Rühren: Crème fraîche mit zerkleinerten Chilischoten verrühren und mit Salz abschmecken.

Schneiden: Kürbis schälen und in dünne Scheiben schneiden, Knoblauch sehr fein hacken oder pressen und mit zwei Esslöffeln Olivenöl vermischen

Ausrollen: Teigkugel auf einem Stück Backpapier halbwegs kreisförmig dünn ausrollen. Das Gebilde darf ruhig unregelmäßig und zerfranst aussehen -  Perfektion ist hier überflüssig.

Belegen: Crème fraîche auf den Teig streichen, dabei den Rand freilassen, Kürbisspalten darauf verteilen, mit dem Knoblauchöl einpinseln, Haselnussscheiben drarüber streuen, Pfeffern und den Honig darüber fließen lassen. Damit fester Honig flüssig wird, stellt man ihn kurz in den heißen Ofen. Dann den Teigrand umschlagen.

Backen: Crostata samt Backpapier auf ein Blech legen, in den Ofen schieben und etwa 30 Minuten backen bis der Rand goldbraun ist.

Zur Kürbiscrostata passt grüner Salat, zum Beispiel Endivie.

Be a fool, Stachelbeerkompott

Wenn Briten pürierte Früchte unter Sahne heben, nennen sie das fool. Das Dessert ist weder albern, noch halten englische Gastgeber damit ihre Gäste zum Narren. Wahrscheinlich stammt der Name fool vom französischen  fouler, das heißt zerstampfen. Mit Beeren schmeckt fool toll – am besten mit roten Stachelbeeren oder mit Jostabeeren, falls jemand einen solchen Strauch im Garten stehen hat.

Himbeeren oder Erdbeeren machen sich natürlich auch immer gut unter Sahne, man mischt sie aber roh zerstampft darunter. Die Stachelbeeren kochen dagegen zu Kompott, kühlen ab und dürfen danach erst zerstampft  in die Sahne.

Und so geht’s:

Zutaten: 500 g Stachelbeeren, 3 Esslöffel Zucker (mehr oder weniger je nach Geschmack), 1-2 Esslöffel Wasser oder roten Dessertwein/Port/Sherry, 400 g Schlagsahne

Zuerst: Stiele und Blütenansätze der Stachelbeeren entfernen – bei den Briten heißt das “top and tail the gooseberrys” – schön, oder?

Köcheln: Stachelbeeren, Zucker und 1-2 EL Flüssigkeit  in einer Pfanne oder einem Topf mit großem Durchmesser zum Kochen bringen. Bei geschlossenem Deckel und niedriger Hitze zehn Minuten köcheln lassen.

Abkühlen: Geduld! Den Deckel abnehmen, Herd ausschalten und eine halbe Stunde warten. Das Kompott sollte kalt sein, bevor die Sahne ins Spiel kommt.

Zerstampfen: Die Stachelbeeren entweder mit einer Gabel zerdrücken oder vorsichtig mit dem Stabmixer zerkleinern. Es sollte keinesfalls die Konsistenz eines Smoothies bekommen.

Fool machen: Sahne nicht zu steif schlagen und das Stachelbeerkompott unterheben.

Auf Vorrat: Wer Stachelbeeren im Garten hat, kann auch große Mengen Kompott machen und entweder einfrieren oder noch heiß in Einmachgläser füllen und einkochen (ca. 30 Minuten bei knapp siedendem Wasser)  – dann hält es sich über den Winter. Stachelbeeren lassen sich auch gut im Ganzen einfrieren. Dann aber Stiele und Blütenansätze daran lassen, damit sie nicht zu matschig werden.

 

Piddeln, palen, pulen – jetzt!

Findet ihr es eigentlich eher lästig oder eher vergnüglich, Erbsen und Bohnen aus ihren Schoten zu befreien?

Ich pale gern. Meine Finger haben es den ganzen Tag lang nur mit glatten Flächen zu tun: Tasten, Hörer, Mäuse, Displays. Da macht es mir richtig Spaß nach der Arbeit oder am Wochenende knackige Schoten mit den Fingernägeln aufzuschlitzen und die runden Erbsen und Bohnen herauszupulen. Hungrig sollte man diese Arbeit nicht angehen. Bis es etwas zu essen gibt, vergeht bestimmt eine Stunde.

Jetzt gibt es für kurze Zeit Dicke Bohnen, auch Ackerbohne, Puffbohne, Viehbohne oder Saubohne genannt. Die Pflanze verwendet viel Energie darauf, ihre Früchte zu schützen: In derben Schoten liegen die Bohnenkerne in einem flauschigen Bett und sind dann auch noch einzeln umhüllt von einer hellen, zähen Haut.

Hat man all das entfernt, bleibt von einer großen Schüssel Schoten nur noch eine Hand voll hellgrüner Bohnenkerne übrig. Das sollte man beim Einkauf bedenken.

Jamie Oliver mischt die Bohnen dann mit frischen grünen Erbsen, Minze, Parmesan, Olivenöl und püriert alles zu einer Art Pesto. Das ist lecker aber der feine Geschmack der Dicken Bohnen geht darin unter.

Viel besser gefällt mir die Idee, die Nina Brnada vor zwei Jahren für Die Zeit aufgeschrieben hat:  Mit einer Gabel zerdrückt sie die Bohnen nur mit etwas Butter und Meersalz. Die grobe Paste streicht sie auf Toast – fertig. Der Bohnenaufstrich schmeckt wunderbar nussig, duftet nach jungen Erbsen hat aber auch eine leicht herbe Note und lohnt jeden Aufwand.

Zutaten: frische Dicke Bohnen, Butter, Meersalz

Und sonst: Zeit und Muße

Zuerst: Bohnen aus den Schoten befreien.

Blanchieren: Die Bohnenkerne ca. drei Minuten kochen und mit kaltem Wasser abschrecken.

Pulen: Die hellgrünen Bohnenkerne aus der milchigen Haut pulen.

Quetschen: Bohnenkerne mit etwas Butter und einer Prise Salz mit einer Gabel grob zerdrücken.

Servieren: Am besten auf warmes Toastbrot streichen und sofort aufessen.

Spargel aus dem Ofen

Ich hätte nicht gedacht, dass ich weiße Spargelstangen einmal anders zubereiten würde, als in Wasser gekocht, mit etwas Butter obendrauf und Salzkartoffeln dazu. So mochte ich ihn bisher am liebsten – ohne jeden Schnickschnack. Das höchste der Gefühle war bisher, auch mal Spargel-Risotto zu kochen.

Aber jetzt habe ich eine neue Lieblingszubereitung:

Spargel aus dem Ofen. Mit Zitronenbutter. Genial.

Die Stangen bleiben bissfest, haben aber einen viel intensiveren Geschmack. Die Idee stammt von Küchengötter – ich habe die Zutatenliste aber um Wein und Knoblauch gekürzt.

Zutaten: pro Person 500 g weißen Spargel, geschält, 30 g Butter, 75 ml Wasser/Gemüsebrühe,  1 EL Abrieb einer Bio-Zitrone, 1 EL Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Zucker

Und sonst?: eine Auflaufform, in der alle Stangen nebeneinander liegen können

Zuerst: Spargel schälen und den Ofen auf 200°C vorheizen

Backen: Stangen in die Auflaufform legen und mit Gemüsebrühe oder dem leicht gesalzenem Wasser und einer Prise Zucker übergießen und für ca. 30 Minuten in den Ofen schieben.

Wenden: Nach 15 Minuten die Stangen mit einer Grillzange wenden, damit sie von oben nicht austrocknen  – eventuell etwas Wasser/Brühe nachgießen

Zerlassen: Butter mit Zitronensaft und -abrieb zerlassen, salzen und pfeffern

Garprobe: Wenn die Stangen gar sind, Ofen ausschalten, Zitronenbutter über den Spargel  gießen und noch ein paar Minuten im Ofen lassen.

Dazu passt Baguette, Couscous oder Salzkartoffeln

Und was passiert mit den Schalen? Die koche ich aus und benutze den Sud fürs nächste Spargelrisotto. Einfach die Schalen mit Wasser bedeckt und einer Prise Salz 20-30 Min köcheln und absieben. Der Sud hält locker ein bis zwei Wochen im Kühlschrank.

Noch mal Marmelade: Rhabarber mit Waldmeister

Letztes Wochenende waren wir wandern im Wald. Überall unter den Bäumen stand Waldmeister, teils schon in der Blüte. Wir haben ein paar Pflänzchen ohne Blüten gepflückt. Aber was macht man dann damit?

Erst mal welken oder sogar trocknen lassen – erst dann entfacht der Waldmeister seinen typischen Geruch. Und dann?

Jetzt kurz vorm Mai ist Waldmeisterbowle ansetzen wohl die erste Idee. Dazu hatte ich aber keine Lust. Da ich gerade wieder im Marmeladenfieber bin, habe ich Saisonales miteinander verbunden und Rhabarber mit Waldmeister gekocht. Halb skeptisch habe ich nur 500 g Rhabarber verkocht – jetzt bereue ich das. Es ist eher ein Gelee geworden, weil ich den gekochten Rhabarber durch die Flotte Lotte gejagt habe. Ich wollte später keine Fäden auf dem  Brot haben und mir auch das Schälen ersparen. Das Gelee schmeckt ganz wunderbar nach Rhabarber, nein nach Waldmeister. Quatsch, nach Rhabarber! Hm, doch nach Waldmeister.

Also los: Geht am ersten Mai Waldmeister sammeln, solange noch nicht alle Pflanzen blühen. Man kann ihn auch trocknen lassen und dann damit Zucker aromatisieren. Der Waldmeisterzucker soll ganz prima zu Erdbeeren und anderen roten Früchten schecken. Ich habe eine Portion Zucker angesetzt aber noch nicht benutzt – er duftet aber schon mal herrlich nach Heu Waldmeister.

Zutaten: 500 g Rhabarber, 150 ml Wasser, 3-4 Waldmeisterpflänzchen, ca. 300 g Gelierzucker 1:2 (Naturata), 50 ml Zitronensaft

Was noch? Durchschlag/Flotte Lotte/Passiersieb, Topf, Holzlöffel, Schaumkelle, Litermaß, Waage,  genug (sterile) Gläser mit Schraubverschluss für ca. 600 ml

Zuerst: Rhabarber waschen und in Stücke schneiden. Schälen ist nicht nötig, wenn man den Rhabarber passiert.  Die Stücke mit ca. 100 ml Wasser und dem Waldmeister weichkochen (ca. 15 Minuten).

Gläser sterilisieren: Gläser und Deckel in einen Topf stellen, mit Wasser füllen, dass alles bedeckt ist, Deckel drauf und zum Kochen bringen. Wenn Gläser und Deckel zehn Minuten gekocht haben, den Herd ausstellen. Die Gläser erst kurz vorm Befüllen aus dem Wasser nehmen.

Rhabarber passieren: Rhabarber durch ein Sieb streichen, Flüssigkeit auffangen und in einem Litermaß abmessen. Wer nicht passieren will, sollte unbedingt den Waldmeister aus dem Rhabarbermus fischen.

Zucker abmessen: Rhabarber hat kaum eigenes Pektin (Gelierstoff), deshalb habe ich mich an die Vorgabe der Gelierzuckerpackung gehalten (750 ml Saft = 500 ml Zucker) Ich hatte 400 ml Saft = ca. 270 g Zucker

Zitrone pressen: 50 ml Zitronensaft abmessen

Aufkochen: Zucker und Saft langsam und unter regelmäßigem Rühren zum Kochen bringen. Bevor die Masse richtig kocht, nimmt man schon mal die sterilen Gläser und Deckel aus dem heißen Wasser (mit Grillzange) und stellt sie auf ein Küchentuch. Sie dampfen dann von selbst trocken.

Abschöpfen: Falls Schaum entsteht, mit einer Schaumkelle abschöpfen.

Kochen I: 3-4 Minuten sprudelnd kochen lassen, dann den Zitronensaft dazugeben

Kochen II: weitere 2 Minuten sprudelnd kochen lassen

Gelierprobe machen: Ein paar Tropfen aus dem Topf auf einen kalten Teller geben und schauen, ob sie fest werden. Wenn ja, das Gelee einfüllen, wenn nein, noch mal ein bis zwei Minuten weiter kochen, Gelierprobe wiederholen.

Einfüllen: Marmelade in die Gläser gießen. Einen schmalen Rand freilassen und sofort mit den Deckeln verschließen.

Beschriften: Sobald die Gläser abgekühlt sind, Sorte, Monat und Jahr drauf schreiben, sonst kommt man irgendwann durcheinander.

Haltbarkeit: Wenn sauber gearbeitet wurde, mindestens ein Jahr. Ich verlasse mich bei Marmelade absolut auf  Geruch und Geschmack. Nur was merkwürdig riecht oder nicht mehr schmeckt, muss weg. Verschimmeltes sowieso.

Der Luxus selbst gemachter Marmelade

Ein Tweet von @missesdelicious, ein Seufzer zum Frühstück, ein Kaffeeklatsch und eine Diskussion: Manchmal liegt ein Thema wie Marmeladenduft in der Luft. Und um Marmelade geht es auch.

Es begann mit einer Diskussion darüber, dass das Einkaufen so komplex geworden ist. Was ist wirklich drin? Reicht das EU-Biosiegel oder werden da Früchte aus China verarbeitet? Darf man Produkte von Riesenkonzernen wie Nestle oder Unilever kaufen? Wie weit weg ist regional? Gibts das auch in fairtrade? – tausend Fragen, so viel Auswahl, so verwirrende Angaben auf den Produkten. So viel, was man als Verbraucher vorher wissen muss, weil man der Verpackung nicht trauen kann.

Aber bei Marmelade muss ich nicht lange grübeln. Ich greife ins Vorratsregal und weiß: Da stecken die besten Früchte aus Papas/Freundens/Nachbars Garten drin, lecker selbstgemacht eben. Gutes Gefühl.

Ein paar Tage später folgte ein Kaffeeklatsch, bei dem selbst gemachte Marmelade auch ein Rolle spielte. Zwei Marmeladengläser wechselten den Besitzer und wir verabredeten uns zum Chutneykochen im Sommer – schön!

Am Sonntag beim Frühstück mit Marmelade aus der Brombeerhölle, Jostabeermarmelade und Holunderbeergelee hab ich zwischendurch mal geseufzt: “Selbst gemachte Marmelade ist einfach wunderbar.”

Ein paar Stunden später las ich dann den dazu passenden Tweet von Nicki und dachte: “Ja, das stimmt. Es ist Luxus.”

Und Luxus kann so einfach sein: Macht Marmelade! Ihr werdet es nicht bereuen.

Gute Gründe:

  1. die reifsten und leckersten Früchte aussuchen
  2. die Größe der Gläser wählen (je kleiner die Gläser, desto mehr Abwechslung)
  3. entscheiden, wie süß die Marmelade wird
  4. bestimmen, was reinkommt und was nicht
  5. Freunde beschenken

Außerdem sind Marmelade und Gelee wirklich einfach herzustellen und der Zeitaufwand hält sich in Grenzen – in einer Stunde ist man mit allem durch.

Zum Anfreunden, und weil die Beeren- und Kirschsaison noch eine Weile dauert, hier ein Rezept für Blutorangengelee. Danke an Nicki von deliciousdays für die Idee.

 

Das Blutorangengelee schmeckt nach ein paar Tagen Ruhezeit am besten. Ich finde es  ganz wunderbar. Markus auch – das erste Glas ging weg wie nichts. Wir sind jetzt auch nicht mehr ganz so traurig, dass die Erdbeer und Sauerkirsch Marmeladenvorräte schon aufgebraucht sind.

Zutaten: 1, 2 Kilo Blutorangen und 1 Zitrone haben bei mir 600 ml Saft ergeben, Gelierzucker 1:2 (Naturata)

Und sonst: Gläser mit Schraubdeckel für ca. 800 ml Gelee, Kochtopf, Schaumlöffel

Zuerst: Blutorangen und die Zitrone auspressen, Saft abmessen und mit dem Zucker in einen Topf geben. 30 Minuten stehen lassen, damit sich der Zucker auflösen kann.

Gläser sterilisieren: saubere Gläser und Deckel in einen großen Topf stellen, mit kochendem Wasser so weit auffüllen, dass die Gläser komplett im Wasser stehen, Herd einschalten und Zehn Minuten bei geschlossenem Deckel Kochen lassen. Dann Platte ausschalten. Gläser und Deckel (am besten mit einer Grillzange) rausholen, abtropfen lassen und auf ein sauberes Geschirrtuch stellen. Das restliche Wasser verdampft.

Kochen: Die Zucker-Saftmischung langsam und unter Rühren zum Kochen bringen. Sprudelnd 3 Minuten kochen. Falls Schaum entsteht, mit einem Schaumlöffel abschöpfen.

Gelierprobe: Nach drei Minuten ein bisschen Gelee auf einen kalten Teller tropfen. Wird er schnell fest, ist das Gelee fertig, wenn nicht, noch mal zwei Minuten kochen lassen und erneut die Gelierprobe machen. Ich mag Gelee lieber fließend als fest. Wer gern stichfestes Gelee isst, lässt es lieber ein paar Minuten länger kochen.

Einfüllen: Das flüssige Gelee zügig in die Gläser füllen, Deckel fest aufschrauben (Küchenhandtuch zu Hilfe nehmen – heiß!)

Fertig.

Schneller Salat: Chicorée-Möhre-Blutorange

In der Mittagspause muss es manchmal schnell gehen. Dann schmeiße ich einfach alles zusammen, was so da ist und nenne es Salat. Hin und wieder kommt dabei etwas heraus, das mir so gut schmeckt, dass ich mir die Zutaten notiere.

Wenn ich dasselbe dann noch mal mache und es immer noch toll schmeckt, hat es Chancen auf den Titel “Lieblingsrezept”. Und wenn ich es dann auch noch schaffe, vernünftige Fotos zu schießen, kommt dieses Lieblingsrezept auch aufs Blog.

Spiel, Satz und Sieg für den Salat aus Chicoree, Möhren und Blutorangen mit Joghurtsauce und Pecannüssen. Den mache ich mir jetzt schon seit Wochen und habe immer noch nicht genug davon. Ich hoffe nur, die Blutorangensaison dauert noch ein wenig.

Zutaten pro Person: 1 Chicoree, 1 Möhre (mittelgroß), 1 Blutorange, ein paar Pecan- oder Walnüsse (gehackt), 2 EL Joghurt, 1 EL Sonnenblumenöl, 1 EL Weißweinessig, Salz, Pfeffer

Zuerst: vom Chicoree die Blätter abzupfen und in mundgerechte Stücke zerrupfen, Möhre grob raspeln, Blutorange filetieren und dabei den Saft auffangen (kommt mit ins Dressing)

Dressing rühren: Joghurt, den aufgefangenen Saft von der Blutorange (sollten 1-2 EL sein), Essig und Öl verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken

Mischen: Alle Zutaten mit dem Dressing vermengen, auf einen Teller anrichten und die gehackten Nüsse darüber streuen.

Rheinische Mutzen – Alaaf!

Ohne Fettgebackenes kein Karneval. Ich freue mich jetzt schon auf den ersten gefüllten Berliner (Johannisbeermarmelade!) zum Frühstück am Donnerstag (Weiberfastnacht). Eigentlich lasse ich gern die Bonner Bäcker für mich frittieren. Aber Mutzen wollte ich schon immer mal selber machen. Also nicht die Mutzenmandeln, sondern Mutzen – die sind rautenförmig, flach und knusprig statt fluffig. In Köln findet man sie überall in den Bäckereien. In Bonn habe ich sie bisher nur beim Traditionsbäcker Schmitz in Schwarzrheindorf gefunden. Rgeinische Mutzen brauchen, laut Aufdruck von Schmitz, nur mehl, Eigelb, Eier, Puderzucker  – und einen kleinen Schuss echten Rum. Ein passendes Rezept mit kurzer Zutatenliste habe ich nur bei Dr Oetker gefunden. Die nehmen aber ganze Eier, kein extra Eigelb und es kommt Backpulver in den Teig.

Die Mutzen  waren – vor allem noch warm – sehr lecker. Aber leider doch eher fluffig und nicht so knusprig wie die vom Bäcker und auch nicht so flach. Beim nächsten Mal versuche ich es mit zusätzlichem Eigelb, lasse das Backpulver weg und rolle den Teig noch ein bisschen dünner aus. Falls es überhaupt ein nächstes Mal gibt – frittieren zu Hause ist ja so ne Sache.

Zutaten: 250 g Weizenmehl, 1 TL Backpulver, 40 g Puderzucker plus Puderzucker zum bestreuen, 1 EL Vanillezucker, 2 Eier, 1 EL Rum,  1 Prise Salz

Außerdem: Frittierfett (z. B. 1 Liter Erdnussöl), Topf, Schaumlöffel, Papiertücher

Zuerst der Teig: Eier, Puderzucker, Vanillezucker und Salz cremig rühren. Mehl und Backpulver zwei mal sieben und zusammen mit dem Rum unter die Masse rühren und zu einem Teig verkneten. Teig eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen.

Ausrollen: Den Teig auf einer bemehlten Fläche sehr dünn ausrollen und in Rauten schneiden.

Frittieren: Das Fett in einem Topf heiß werden lassen. Es ist heiß genug, wenn an einem eingetauchten Holzlöffel Bläschen aufsteigen. Dann am besten die Hitze auf halbe Kraft drehen, damit das Fett nicht zu heiß wird. Die Teigrauten portionsweise ins heiße Fett geben und schwimmend ausbacken. Die Mutzen mit dem Schaumlöffel einmal wenden, damit beide Seiten goldbraun werden. Das dauert pro Seite zwischen einer und zwei Minuten.

Zum Schluss: Mutzen mit dem Schaumlöffel aus dem Öl heben und auf Papiertüchern abtropfen lassen. Dann mit Puderzucker bestäuben und am besten noch warm essen.