Be a fool, Stachelbeerkompott

Wenn Briten pürierte Früchte unter Sahne heben, nennen sie das fool. Das Dessert ist weder albern, noch halten englische Gastgeber damit ihre Gäste zum Narren. Wahrscheinlich stammt der Name fool vom französischen  fouler, das heißt zerstampfen. Mit Beeren schmeckt fool toll – am besten mit roten Stachelbeeren oder mit Jostabeeren, falls jemand einen solchen Strauch im Garten stehen hat.

Himbeeren oder Erdbeeren machen sich natürlich auch immer gut unter Sahne, man mischt sie aber roh zerstampft darunter. Die Stachelbeeren kochen dagegen zu Kompott, kühlen ab und dürfen danach erst zerstampft  in die Sahne.

Und so geht’s:

Zutaten: 500 g Stachelbeeren, 3 Esslöffel Zucker (mehr oder weniger je nach Geschmack), 1-2 Esslöffel Wasser oder roten Dessertwein/Port/Sherry, 400 g Schlagsahne

Zuerst: Stiele und Blütenansätze der Stachelbeeren entfernen – bei den Briten heißt das “top and tail the gooseberrys” – schön, oder?

Köcheln: Stachelbeeren, Zucker und 1-2 EL Flüssigkeit  in einer Pfanne oder einem Topf mit großem Durchmesser zum Kochen bringen. Bei geschlossenem Deckel und niedriger Hitze zehn Minuten köcheln lassen.

Abkühlen: Geduld! Den Deckel abnehmen, Herd ausschalten und eine halbe Stunde warten. Das Kompott sollte kalt sein, bevor die Sahne ins Spiel kommt.

Zerstampfen: Die Stachelbeeren entweder mit einer Gabel zerdrücken oder vorsichtig mit dem Stabmixer zerkleinern. Es sollte keinesfalls die Konsistenz eines Smoothies bekommen.

Fool machen: Sahne nicht zu steif schlagen und das Stachelbeerkompott unterheben.

Auf Vorrat: Wer Stachelbeeren im Garten hat, kann auch große Mengen Kompott machen und entweder einfrieren oder noch heiß in Einmachgläser füllen und einkochen (ca. 30 Minuten bei knapp siedendem Wasser)  – dann hält es sich über den Winter. Stachelbeeren lassen sich auch gut im Ganzen einfrieren. Dann aber Stiele und Blütenansätze daran lassen, damit sie nicht zu matschig werden.

 

Piddeln, palen, pulen – jetzt!

Findet ihr es eigentlich eher lästig oder eher vergnüglich, Erbsen und Bohnen aus ihren Schoten zu befreien?

Ich pale gern. Meine Finger haben es den ganzen Tag lang nur mit glatten Flächen zu tun: Tasten, Hörer, Mäuse, Displays. Da macht es mir richtig Spaß nach der Arbeit oder am Wochenende knackige Schoten mit den Fingernägeln aufzuschlitzen und die runden Erbsen und Bohnen herauszupulen. Hungrig sollte man diese Arbeit nicht angehen. Bis es etwas zu essen gibt, vergeht bestimmt eine Stunde.

Jetzt gibt es für kurze Zeit Dicke Bohnen, auch Ackerbohne, Puffbohne, Viehbohne oder Saubohne genannt. Die Pflanze verwendet viel Energie darauf, ihre Früchte zu schützen: In derben Schoten liegen die Bohnenkerne in einem flauschigen Bett und sind dann auch noch einzeln umhüllt von einer hellen, zähen Haut.

Hat man all das entfernt, bleibt von einer großen Schüssel Schoten nur noch eine Hand voll hellgrüner Bohnenkerne übrig. Das sollte man beim Einkauf bedenken.

Jamie Oliver mischt die Bohnen dann mit frischen grünen Erbsen, Minze, Parmesan, Olivenöl und püriert alles zu einer Art Pesto. Das ist lecker aber der feine Geschmack der Dicken Bohnen geht darin unter.

Viel besser gefällt mir die Idee, die Nina Brnada vor zwei Jahren für Die Zeit aufgeschrieben hat:  Mit einer Gabel zerdrückt sie die Bohnen nur mit etwas Butter und Meersalz. Die grobe Paste streicht sie auf Toast – fertig. Der Bohnenaufstrich schmeckt wunderbar nussig, duftet nach jungen Erbsen hat aber auch eine leicht herbe Note und lohnt jeden Aufwand.

Zutaten: frische Dicke Bohnen, Butter, Meersalz

Und sonst: Zeit und Muße

Zuerst: Bohnen aus den Schoten befreien.

Blanchieren: Die Bohnenkerne ca. drei Minuten kochen und mit kaltem Wasser abschrecken.

Pulen: Die hellgrünen Bohnenkerne aus der milchigen Haut pulen.

Quetschen: Bohnenkerne mit etwas Butter und einer Prise Salz mit einer Gabel grob zerdrücken.

Servieren: Am besten auf warmes Toastbrot streichen und sofort aufessen.

Spargel aus dem Ofen

Ich hätte nicht gedacht, dass ich weiße Spargelstangen einmal anders zubereiten würde, als in Wasser gekocht, mit etwas Butter obendrauf und Salzkartoffeln dazu. So mochte ich ihn bisher am liebsten – ohne jeden Schnickschnack. Das höchste der Gefühle war bisher, auch mal Spargel-Risotto zu kochen.

Aber jetzt habe ich eine neue Lieblingszubereitung:

Spargel aus dem Ofen. Mit Zitronenbutter. Genial.

Die Stangen bleiben bissfest, haben aber einen viel intensiveren Geschmack. Die Idee stammt von Küchengötter – ich habe die Zutatenliste aber um Wein und Knoblauch gekürzt.

Zutaten: pro Person 500 g weißen Spargel, geschält, 30 g Butter, 75 ml Wasser/Gemüsebrühe,  1 EL Abrieb einer Bio-Zitrone, 1 EL Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Zucker

Und sonst?: eine Auflaufform, in der alle Stangen nebeneinander liegen können

Zuerst: Spargel schälen und den Ofen auf 200°C vorheizen

Backen: Stangen in die Auflaufform legen und mit Gemüsebrühe oder dem leicht gesalzenem Wasser und einer Prise Zucker übergießen und für ca. 30 Minuten in den Ofen schieben.

Wenden: Nach 15 Minuten die Stangen mit einer Grillzange wenden, damit sie von oben nicht austrocknen  – eventuell etwas Wasser/Brühe nachgießen

Zerlassen: Butter mit Zitronensaft und -abrieb zerlassen, salzen und pfeffern

Garprobe: Wenn die Stangen gar sind, Ofen ausschalten, Zitronenbutter über den Spargel  gießen und noch ein paar Minuten im Ofen lassen.

Dazu passt Baguette, Couscous oder Salzkartoffeln

Und was passiert mit den Schalen? Die koche ich aus und benutze den Sud fürs nächste Spargelrisotto. Einfach die Schalen mit Wasser bedeckt und einer Prise Salz 20-30 Min köcheln und absieben. Der Sud hält locker ein bis zwei Wochen im Kühlschrank.

Noch mal Marmelade: Rhabarber mit Waldmeister

Letztes Wochenende waren wir wandern im Wald. Überall unter den Bäumen stand Waldmeister, teils schon in der Blüte. Wir haben ein paar Pflänzchen ohne Blüten gepflückt. Aber was macht man dann damit?

Erst mal welken oder sogar trocknen lassen – erst dann entfacht der Waldmeister seinen typischen Geruch. Und dann?

Jetzt kurz vorm Mai ist Waldmeisterbowle ansetzen wohl die erste Idee. Dazu hatte ich aber keine Lust. Da ich gerade wieder im Marmeladenfieber bin, habe ich Saisonales miteinander verbunden und Rhabarber mit Waldmeister gekocht. Halb skeptisch habe ich nur 500 g Rhabarber verkocht – jetzt bereue ich das. Es ist eher ein Gelee geworden, weil ich den gekochten Rhabarber durch die Flotte Lotte gejagt habe. Ich wollte später keine Fäden auf dem  Brot haben und mir auch das Schälen ersparen. Das Gelee schmeckt ganz wunderbar nach Rhabarber, nein nach Waldmeister. Quatsch, nach Rhabarber! Hm, doch nach Waldmeister.

Also los: Geht am ersten Mai Waldmeister sammeln, solange noch nicht alle Pflanzen blühen. Man kann ihn auch trocknen lassen und dann damit Zucker aromatisieren. Der Waldmeisterzucker soll ganz prima zu Erdbeeren und anderen roten Früchten schecken. Ich habe eine Portion Zucker angesetzt aber noch nicht benutzt – er duftet aber schon mal herrlich nach Heu Waldmeister.

Zutaten: 500 g Rhabarber, 150 ml Wasser, 3-4 Waldmeisterpflänzchen, ca. 300 g Gelierzucker 1:2 (Naturata), 50 ml Zitronensaft

Was noch? Durchschlag/Flotte Lotte/Passiersieb, Topf, Holzlöffel, Schaumkelle, Litermaß, Waage,  genug (sterile) Gläser mit Schraubverschluss für ca. 600 ml

Zuerst: Rhabarber waschen und in Stücke schneiden. Schälen ist nicht nötig, wenn man den Rhabarber passiert.  Die Stücke mit ca. 100 ml Wasser und dem Waldmeister weichkochen (ca. 15 Minuten).

Gläser sterilisieren: Gläser und Deckel in einen Topf stellen, mit Wasser füllen, dass alles bedeckt ist, Deckel drauf und zum Kochen bringen. Wenn Gläser und Deckel zehn Minuten gekocht haben, den Herd ausstellen. Die Gläser erst kurz vorm Befüllen aus dem Wasser nehmen.

Rhabarber passieren: Rhabarber durch ein Sieb streichen, Flüssigkeit auffangen und in einem Litermaß abmessen. Wer nicht passieren will, sollte unbedingt den Waldmeister aus dem Rhabarbermus fischen.

Zucker abmessen: Rhabarber hat kaum eigenes Pektin (Gelierstoff), deshalb habe ich mich an die Vorgabe der Gelierzuckerpackung gehalten (750 ml Saft = 500 ml Zucker) Ich hatte 400 ml Saft = ca. 270 g Zucker

Zitrone pressen: 50 ml Zitronensaft abmessen

Aufkochen: Zucker und Saft langsam und unter regelmäßigem Rühren zum Kochen bringen. Bevor die Masse richtig kocht, nimmt man schon mal die sterilen Gläser und Deckel aus dem heißen Wasser (mit Grillzange) und stellt sie auf ein Küchentuch. Sie dampfen dann von selbst trocken.

Abschöpfen: Falls Schaum entsteht, mit einer Schaumkelle abschöpfen.

Kochen I: 3-4 Minuten sprudelnd kochen lassen, dann den Zitronensaft dazugeben

Kochen II: weitere 2 Minuten sprudelnd kochen lassen

Gelierprobe machen: Ein paar Tropfen aus dem Topf auf einen kalten Teller geben und schauen, ob sie fest werden. Wenn ja, das Gelee einfüllen, wenn nein, noch mal ein bis zwei Minuten weiter kochen, Gelierprobe wiederholen.

Einfüllen: Marmelade in die Gläser gießen. Einen schmalen Rand freilassen und sofort mit den Deckeln verschließen.

Beschriften: Sobald die Gläser abgekühlt sind, Sorte, Monat und Jahr drauf schreiben, sonst kommt man irgendwann durcheinander.

Haltbarkeit: Wenn sauber gearbeitet wurde, mindestens ein Jahr. Ich verlasse mich bei Marmelade absolut auf  Geruch und Geschmack. Nur was merkwürdig riecht oder nicht mehr schmeckt, muss weg. Verschimmeltes sowieso.

Der Luxus selbst gemachter Marmelade

Ein Tweet von @missesdelicious, ein Seufzer zum Frühstück, ein Kaffeeklatsch und eine Diskussion: Manchmal liegt ein Thema wie Marmeladenduft in der Luft. Und um Marmelade geht es auch.

Es begann mit einer Diskussion darüber, dass das Einkaufen so komplex geworden ist. Was ist wirklich drin? Reicht das EU-Biosiegel oder werden da Früchte aus China verarbeitet? Darf man Produkte von Riesenkonzernen wie Nestle oder Unilever kaufen? Wie weit weg ist regional? Gibts das auch in fairtrade? – tausend Fragen, so viel Auswahl, so verwirrende Angaben auf den Produkten. So viel, was man als Verbraucher vorher wissen muss, weil man der Verpackung nicht trauen kann.

Aber bei Marmelade muss ich nicht lange grübeln. Ich greife ins Vorratsregal und weiß: Da stecken die besten Früchte aus Papas/Freundens/Nachbars Garten drin, lecker selbstgemacht eben. Gutes Gefühl.

Ein paar Tage später folgte ein Kaffeeklatsch, bei dem selbst gemachte Marmelade auch ein Rolle spielte. Zwei Marmeladengläser wechselten den Besitzer und wir verabredeten uns zum Chutneykochen im Sommer – schön!

Am Sonntag beim Frühstück mit Marmelade aus der Brombeerhölle, Jostabeermarmelade und Holunderbeergelee hab ich zwischendurch mal geseufzt: “Selbst gemachte Marmelade ist einfach wunderbar.”

Ein paar Stunden später las ich dann den dazu passenden Tweet von Nicki und dachte: “Ja, das stimmt. Es ist Luxus.”

Und Luxus kann so einfach sein: Macht Marmelade! Ihr werdet es nicht bereuen.

Gute Gründe:

  1. die reifsten und leckersten Früchte aussuchen
  2. die Größe der Gläser wählen (je kleiner die Gläser, desto mehr Abwechslung)
  3. entscheiden, wie süß die Marmelade wird
  4. bestimmen, was reinkommt und was nicht
  5. Freunde beschenken

Außerdem sind Marmelade und Gelee wirklich einfach herzustellen und der Zeitaufwand hält sich in Grenzen – in einer Stunde ist man mit allem durch.

Zum Anfreunden, und weil die Beeren- und Kirschsaison noch eine Weile dauert, hier ein Rezept für Blutorangengelee. Danke an Nicki von deliciousdays für die Idee.

 

Das Blutorangengelee schmeckt nach ein paar Tagen Ruhezeit am besten. Ich finde es  ganz wunderbar. Markus auch – das erste Glas ging weg wie nichts. Wir sind jetzt auch nicht mehr ganz so traurig, dass die Erdbeer und Sauerkirsch Marmeladenvorräte schon aufgebraucht sind.

Zutaten: 1, 2 Kilo Blutorangen und 1 Zitrone haben bei mir 600 ml Saft ergeben, Gelierzucker 1:2 (Naturata)

Und sonst: Gläser mit Schraubdeckel für ca. 800 ml Gelee, Kochtopf, Schaumlöffel

Zuerst: Blutorangen und die Zitrone auspressen, Saft abmessen und mit dem Zucker in einen Topf geben. 30 Minuten stehen lassen, damit sich der Zucker auflösen kann.

Gläser sterilisieren: saubere Gläser und Deckel in einen großen Topf stellen, mit kochendem Wasser so weit auffüllen, dass die Gläser komplett im Wasser stehen, Herd einschalten und Zehn Minuten bei geschlossenem Deckel Kochen lassen. Dann Platte ausschalten. Gläser und Deckel (am besten mit einer Grillzange) rausholen, abtropfen lassen und auf ein sauberes Geschirrtuch stellen. Das restliche Wasser verdampft.

Kochen: Die Zucker-Saftmischung langsam und unter Rühren zum Kochen bringen. Sprudelnd 3 Minuten kochen. Falls Schaum entsteht, mit einem Schaumlöffel abschöpfen.

Gelierprobe: Nach drei Minuten ein bisschen Gelee auf einen kalten Teller tropfen. Wird er schnell fest, ist das Gelee fertig, wenn nicht, noch mal zwei Minuten kochen lassen und erneut die Gelierprobe machen. Ich mag Gelee lieber fließend als fest. Wer gern stichfestes Gelee isst, lässt es lieber ein paar Minuten länger kochen.

Einfüllen: Das flüssige Gelee zügig in die Gläser füllen, Deckel fest aufschrauben (Küchenhandtuch zu Hilfe nehmen – heiß!)

Fertig.

Schneller Salat: Chicorée-Möhre-Blutorange

In der Mittagspause muss es manchmal schnell gehen. Dann schmeiße ich einfach alles zusammen, was so da ist und nenne es Salat. Hin und wieder kommt dabei etwas heraus, das mir so gut schmeckt, dass ich mir die Zutaten notiere.

Wenn ich dasselbe dann noch mal mache und es immer noch toll schmeckt, hat es Chancen auf den Titel “Lieblingsrezept”. Und wenn ich es dann auch noch schaffe, vernünftige Fotos zu schießen, kommt dieses Lieblingsrezept auch aufs Blog.

Spiel, Satz und Sieg für den Salat aus Chicoree, Möhren und Blutorangen mit Joghurtsauce und Pecannüssen. Den mache ich mir jetzt schon seit Wochen und habe immer noch nicht genug davon. Ich hoffe nur, die Blutorangensaison dauert noch ein wenig.

Zutaten pro Person: 1 Chicoree, 1 Möhre (mittelgroß), 1 Blutorange, ein paar Pecan- oder Walnüsse (gehackt), 2 EL Joghurt, 1 EL Sonnenblumenöl, 1 EL Weißweinessig, Salz, Pfeffer

Zuerst: vom Chicoree die Blätter abzupfen und in mundgerechte Stücke zerrupfen, Möhre grob raspeln, Blutorange filetieren und dabei den Saft auffangen (kommt mit ins Dressing)

Dressing rühren: Joghurt, den aufgefangenen Saft von der Blutorange (sollten 1-2 EL sein), Essig und Öl verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken

Mischen: Alle Zutaten mit dem Dressing vermengen, auf einen Teller anrichten und die gehackten Nüsse darüber streuen.

Rheinische Mutzen – Alaaf!

Ohne Fettgebackenes kein Karneval. Ich freue mich jetzt schon auf den ersten gefüllten Berliner (Johannisbeermarmelade!) zum Frühstück am Donnerstag (Weiberfastnacht). Eigentlich lasse ich gern die Bonner Bäcker für mich frittieren. Aber Mutzen wollte ich schon immer mal selber machen. Also nicht die Mutzenmandeln, sondern Mutzen – die sind rautenförmig, flach und knusprig statt fluffig. In Köln findet man sie überall in den Bäckereien. In Bonn habe ich sie bisher nur beim Traditionsbäcker Schmitz in Schwarzrheindorf gefunden. Rgeinische Mutzen brauchen, laut Aufdruck von Schmitz, nur mehl, Eigelb, Eier, Puderzucker  – und einen kleinen Schuss echten Rum. Ein passendes Rezept mit kurzer Zutatenliste habe ich nur bei Dr Oetker gefunden. Die nehmen aber ganze Eier, kein extra Eigelb und es kommt Backpulver in den Teig.

Die Mutzen  waren – vor allem noch warm – sehr lecker. Aber leider doch eher fluffig und nicht so knusprig wie die vom Bäcker und auch nicht so flach. Beim nächsten Mal versuche ich es mit zusätzlichem Eigelb, lasse das Backpulver weg und rolle den Teig noch ein bisschen dünner aus. Falls es überhaupt ein nächstes Mal gibt – frittieren zu Hause ist ja so ne Sache.

Zutaten: 250 g Weizenmehl, 1 TL Backpulver, 40 g Puderzucker plus Puderzucker zum bestreuen, 1 EL Vanillezucker, 2 Eier, 1 EL Rum,  1 Prise Salz

Außerdem: Frittierfett (z. B. 1 Liter Erdnussöl), Topf, Schaumlöffel, Papiertücher

Zuerst der Teig: Eier, Puderzucker, Vanillezucker und Salz cremig rühren. Mehl und Backpulver zwei mal sieben und zusammen mit dem Rum unter die Masse rühren und zu einem Teig verkneten. Teig eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen.

Ausrollen: Den Teig auf einer bemehlten Fläche sehr dünn ausrollen und in Rauten schneiden.

Frittieren: Das Fett in einem Topf heiß werden lassen. Es ist heiß genug, wenn an einem eingetauchten Holzlöffel Bläschen aufsteigen. Dann am besten die Hitze auf halbe Kraft drehen, damit das Fett nicht zu heiß wird. Die Teigrauten portionsweise ins heiße Fett geben und schwimmend ausbacken. Die Mutzen mit dem Schaumlöffel einmal wenden, damit beide Seiten goldbraun werden. Das dauert pro Seite zwischen einer und zwei Minuten.

Zum Schluss: Mutzen mit dem Schaumlöffel aus dem Öl heben und auf Papiertüchern abtropfen lassen. Dann mit Puderzucker bestäuben und am besten noch warm essen.

Hier kommt endlich Kurt – Lemon Curd

Macht diesen Lemon Curd! Er bringt allein schon wegen seiner Farbe gute Laune und schmeckt wie die Füllung französischer Zitronentörtchen: fruchtig-herb und sauer-süß. Die Konsistenz liegt irgendwo zwischen Pudding und Vanillesauce. Man kann Lemon Curd auf Toast streichen, in Joghurt rühren, einfach so löffeln oder großartige Desserts damit zaubern.

Drei Gründe warum man Lemon Curd selbst rühren sollte:

  1. Zitronen
  2. Eier
  3. Butter

Und zwar die leckerste Butter, die frischesten Eier und die saftigsten Zitronen – am besten alles Bio. Neben Zucker sind das die Zutaten. Und nicht folgende lange Liste, gelesen auf einem Lemon-Curd-Glas aus dem Supermarktregal:

Zucker, Glukose-Fruktose-Sirup, Wasser, Palmöl, Maismehl, Volleipulver, Zitronensaftkonzentrat (0,6%), Geliermittel: Pektine, Säuerungsmittel (Citronensäure; Essigsäure), Zitronenöl, Säureregulator: Natriumcitrate, Antioxidationsmittel: Ascorbinsäure, Farbstoff: gemischte Carotine.
mäh, da schüttelt’s mich!

Die Zubereitung ist nicht kompliziert. Gut, es braucht ein bisschen Muße beim Abreiben der Zitronenschale und Geduld beim Rühren. Aber insgesamt steht man höchstens eine halbe Stunde in der Küche.

Abgefüllt in blitzsaubere (am besten ausgekochte) Gläser hält sich der Curd ungeöffnet einige Wochen im Kühlschrank. Offene Gläser sollte man innerhalb einer Woche verbrauchen.

Das Rezept stammt von Nigel Slater und wurde beim Guardian veröffentlicht.

Zutaten für vier kleine Gläser: 4 Zitronen, 3 Eier plus 1 Eigelb, 100 g Butter, 200 g Zucker (wer mag, kann einen Teil durch Vanillezucker ersetzen)

Außerdem: Wasserbad (ein Topf und eine Schüssel, die darauf passt, Schneebesen, ausgekochte Marmeladengläser

Zuerst: Die Zitronen waschen, abtrocknen und die Schale dünn abreiben (ohne das Weiße), anschließend die Zitronen auspressen

Wasserbad vorbereiten: In einem Topf Wasser zum Kochen bringen. Die Schüssel, die man später auf den Topf setzt, sollte das Wasser nicht berühren. Wenn das Wasser kocht, Hitze verringern, es soll nur leise simmern.

Mischen 1: Zitronensaft, Zucker, Zitronenabrieb und Butter (in kleinen Stücken) in die Schüssel geben und aufs Wasserbad setzen.

Mischen 2: Eier und Eigelb mit einer Gabel leicht verquirlen

Mischen 3: Sobald die Butter in der Schüssel geschmolzen ist alles gut verrühren und die Eiermasse langsam unter Rühren zugeben.

Geduldig rühren: Es dauert etwa zehn bis 15 Minuten, dann sollte die Masse eindicken. Man muss nicht die ganze Zeit wie eine Verrückte rühren aber kontinuierlich bis die Konsistenz von dickflüssiger Vanillesauce erreicht ist.

In Gläser füllen: Den Curd vom Herd nehmen und noch ein bisschen rühren. Dann in die Gläser füllen und gleich verschließen.

Die Impossible Lamps sind fertig

Ina hat mir gestern die drei Impossible Lamps vorbeigebracht – die leuchten so schön! Claudia Sta, Franzi und Britta bekommen also in den nächsten Tagen ihre Gewinne vom Polaroid-Adventsrätsel. Das spornt mich natürlich ungemein an, ganz bald (vielleicht heute – spätestens am Wochenende) noch mal Lemon-Curd zu machen. Also bekommen auch Inesse, Claudia Stu. und Urte bald ihre Gewinne. Und alle anderen das Lemon-Cord-Rezept hier auf dieser Seite.

So viel in aller Eile – ich habe einen ziemlich vollen Januar.

Ach so, falls jemand wissen möchte, was diese Impossible Lamps sind: echte Polaroids abgelöst vom Papier und auf eine Papiertütenlampe transferiert. Ich glaube Fummelarbeit. Und wer hats erfunden? Die Ina.

Möhrenuntereinander – ein Knüller vom Niederrhein

Hat jemand als Kind nicht gern Gemüse und Kartoffeln auf dem Teller zusammengematscht? Dass das einen Namen und sogar eine kulinarische Tradition hat, wusste ich damals nicht. Dafür musste ich erst Markus kennenlernen und mich von seiner Familie am Niederrhein bekochen lassen.

Seitdem ist Untereinander eines meiner Lieblingsgerichte. Gekochte Kartoffeln werden zusammen mit Möhren, Grünkohl, Wirsing oder Endiviensalat gestampft. Dazu reicht man üblicherweise Mettwürstchen oder kross gebratenen Bauchspeck. Markus hat mal eine Zeitlang jede Woche eine andere Variante ausprobiert. War alles toll aber am tollsten ist und bleibt für uns: Möhrenuntereinander.

Das koche ich auch schon mal vegetarisch. Wenn ich darüber nachdenke, ists sogar vegan. Vom Gemüseputzen bis zum fertigen Essen dauert es eine gute halbe Stunde. Das Verhältnis von Möhren und Kartoffeln ist Geschmacksache. Ich mag es möhrenlastig. Unverzichtbar finde ich, so wie von Markus Papa gelernt, einen großen sauren Apfel (z. B. Boskop), der mitgekocht und mitgestampft wird.

Warm gehalten wird das Untereinander am Niederrhein übrigens im Bett. Das funktioniert! Topf in ein Handtuch einschlagen und unters Federbett schieben – so bleibt das Essen einige Stunden warm. Dieses Jahr habe ich in Holland noch was gelernt: Dort kochen sie auch viel Untereinander, nennen es aber Stamppot. Schönes Wort, oder?

Zutaten für vegetarisches Möhrenuntereinander: 1-2 kleine Zwiebeln, 4 große Möhren, 3 mittelgroße Kartoffeln, 1 großer Boskop-Apfel, Wasser, Lorbeerblatt, Salz, schwarzer Pfeffer, Muskat, etwas Öl

Und sonst: ein Topf mit Deckel und ein Stampfer

Zuerst: Zwiebel fein würfeln, Apfel, Kartoffeln und Möhren schälen und grob zerteilen

Anbraten: Zwiebeln anbraten bis sie glasig sind

Kochen: Gemüse und Apfel mit Lorbeerblatt in den Topf geben, so viel Wasser angießen bis das Gemüse gerade eben bedeckt ist. Leicht salzen, Deckel drauf und bei mittlerer Hitze 20 Minuten köcheln lassen

Stampfen: Wenn die Möhren und Kartoffeln weich sind, das Wasser abgießen und auffangen; Lorbeerblatt rausfischen; dann alles stampfen und so viel von dem aufgefangenen Kochwasser dazugeben, bis der Stampf die gewünschte Konsistenz hat

Würzen: Mit Salz, etwas Muskat und viel frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken